Nachhaltigkeits-Indikatoren

Die Verwendung von Indikatoren zur Messung der Fortschritte bei nachhaltigen Entwicklungen auf transnationaler Ebene ist eine ehrgeizige Aufgabe aufgrund der unterschiedlichen verfügbaren Datensätze in den einzelnen Ländern. Auch die Einheiten, für die Daten gesammelt werden, haben innerhalb der trilateralen Wattenmeer Region unterschiedliche Maßstäbe. Dennoch liefert die Analyse der Nachhaltigkeits Indikatoren grundlegende Informationen über die Leistung der Wattenmeer Region. In der Diskussion über Herausforderungen und Chancen für die Regionen kann das WSF die Ergebnisse der Indikatoranalyse als wertvolle Hintergrunddaten verwenden.

Um ein angemessenes Maß an Vergleichbarkeit zu erreichen, werden bei dem jüngsten Ansatz Daten auf Provinzebene in den Niederlanden, auf Kreisebene in Deutschland und auf kommuneller Ebene in Dänemark verwendet. Wenn sich die Datensätze zwischen den Ländern unterscheiden, z.B. für Altersgruppen, wird dies in den vorgestellten Ergebnissen angegeben und erläutert. Die Ergebnisse zeigen nur die realen Datensätze, eine qualitative Bewertung der Daten wird nicht untersucht, da zu viele schwer fassbare Faktoren berücksichtigt werden müssen (soziale Bedingungen, geografische Lage der Gemeinden, Schwerpunkte der Entwicklung, Einfluss benachbarter Einheiten usw.).

Die konkreten Daten liefern Informationen über Defizite, Chancen und Herausforderungen innerhalb der verschiedenen Bezirke und bieten hoffentlich auch Informationen und Anreize für die regionalen und lokalen Politiker, ihre Bezirke nachhaltiger zu gestalten.

Hier stellen wir einige unserer neu gestalteten Grafiken und Präsentationen dar:

2015-2018: Projekt Nachhaltigkeits-Indikatoren auf regionaler und lokaler Ebene

Kürzlich hat das WSF ein Projekt zur Analyse von Nachhaltigkeits Indikatoren der Wattenmeer Region auf regionaler und lokaler Ebene abgeschlossen.
Dieses Projekt wurde hauptsächlich von der “Niedersächsische Wattenmeerstiftung” finanziert.
WSF Abschlussbericht Indikatoren Projekt 2015-2018

Hintergrund

2015 diskutierten die Stakeholder des WSF intensiv die Relevanz und den Wert des Indikatorinstruments und einigten sich darauf, das Instrument durch eingehende Analysen zu verbessern, um es für die Stakeholder und politische Entscheidungsträger auf lokaler und regionaler Ebene wertvoller und nützlicher zu machen. Hierbei sollten die Daten unter Berücksichtigung der Merkmale der Regionen und der besonderen Umstände analysiert werden.

Darüber hinaus sollte das verbesserte Instrument eine Analyse der verschiedenen Nachhaltigkeitstrends und ihrer Ursachen auf regionaler und lokaler Ebene liefern. Diese Analyse könnte bei der Entscheidungsfindung und Politikgestaltung helfen, um mehr Nachhaltigkeit anzustreben.

Kooperation

Ab 2016 arbeitete das WSF mit den Universitäten Tilburg (NL) und Kiel sowie mit der niederländischen Waddenakademie zusammen, um auf dem bisherigen WSF-Indikator-Tool aufzubauen und den niederländischen Ansatz zu nutzen, um ein attraktives und wertvolles Instrument für Interessengruppen und politische Entscheidungsträger vor Ort und auf regionale Ebene bereitzustellen.
Mit Unterstützung von zwei Master-Studenten der Universität Kiel wurde ein Datensatz für mehr als 60 definierte Indikatoren für mehr als 500 Gemeinden im Deutschen Wattenmeerraum (WSR) erstellt.

Erste Ergebnisse und Diskussionen

Die Erfahrungen mit dem bisherigen WSF-Indikator-Tool zeigen einige deutliche Grenzen für die Beurteilung des Nachhaltigkeitsgrades auf lokaler Ebene, zumindest für die deutschen Kommunen. Die verfügbaren Datensätze weisen mehrere Informationslücken auf. Die meisten Indikatordaten werden auf NUTS-3-Ebene und nicht auf LAU-2-Ebene (ehemals NUTS-5) gesammelt, bei denen es sich um die Gemeinden handelt. Auch eine intensive Nachforschung in einigen Gemeinden selbst konnte nicht die Daten liefern, die für eine eingehende Bewertung erforderlich waren. Dies unterscheidet sich stark von den Niederlanden, wo Daten auf Gemeindeebene fast vollständig verfügbar sind.

Demnach wurde vereinbart, den Grad der Nachhaltigkeit auf Kreisebene zu bewerten. Dies umfasst 11 Landkreise und 3 Stadtteile entlang der deutschen Wattenmeerküste. Da die Daten leicht zugänglich sind, ist die Ausarbeitung einer Zeitreihe vorgesehen. Parallel dazu wurden einige Gemeinden in der niedersächsischen Küstenregion mit einer Reihe spezifischer Indikatoren analysiert, um eine nachhaltige Entwicklung auf lokaler Ebene so weit wie möglich zu beschreiben.

Resultate des Projekts

Datenerfassung und Datenauswertung waren Teil eines zweijährigen Projekts, das von der "Niedersächsische Wattenmeerstiftung" ko-finanziert wurde. Der Abschlussbericht „Entwicklung und Analyse von Nachhaltigkeitsindikatoren“ steht als pdf-Download zur Verfügung.

Logo Niedersächsische Wattenmeerstiftung

2003-2014: WSF Nachhaltigkeits-Indikatoren Instrument

WSF Nachhaltigkeits-Indikatoren Projekt 2003-2014
Um den Mitgliedern des Forums die Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit mit sogenannten Indizes zur Diskussion der Entwicklungen zu übermitteln, hat das WSF das Indikatoren Set als ein Instrument geschaffen, damit Politiker und Entscheidungsträger in den Wattenmeer Regionen und Kommunen über die Trends der Nachhaltigkeitsentwicklung informiert werden können. Das Instrument liefert jährliche Informationen über den Fortschritt oder den Rückschritt der Nachhaltigkeit in den definierten Regionen, einschließlich Informationen über spezifische Schwächen und Stärken.

Im Hinblick auf einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung in der Wattenmeer Region hat das WSF allgemeine Nachhaltigkeitsziele sowie branchenspezifische Strategien zur Erreichung dieser Ziele festgelegt. Diverse Nachhaltigkeits Indikatoren waren erforderlich, um den tatsächlichen Status der nachhaltigen Entwicklung sowie die Fortschritte bei der Erreichung der Ziele zu messen. Das WSF hat Daten von 2003 bis 2014 zur Nachhaltigkeit der Wattenmeer Region bewertet.
Das Instrument basiert auf einem mehrstufigen System mit unterschiedlichen Detailebenen.

Ebene 1 zeigt die Gesamttemperatur der nachhaltigen Entwicklung in der Wattenmeer Region durch Summieren der Ebene2 Messungen für die soziale, wirtschaftliche und ökologische Dimension.
Ebene 2 Die Maßnahmen basieren auf einem Bewertungssystem hinsichtlich der Bewertung der Indikatorwerte in Ebene 3. Für jedes der 16 Hauptziele wird eine positive, neutrale oder negative Bewertung festgelegt, d.h. ob der Status oder der Trend in Bezug auf das gegebenen Ziel positiv, neutral oder negativ ist.
Ebene 3 ist zweifach. Diese Ebene enthält die Primärdaten aller UnterIndikatoren (die Indikatoren der zweiten Ebene sind eine Zusammenfassung der UnterIndikatoren der Ebene 3). Darüber hinaus werden die Daten aufgrund der vereinbarten Ziele bewertet und mit Werten versehen. Diese Werte fließen in das Bewertungssystem der zweiten Stufe ein.
Die in der Grafik gezeigten Ergebnisse spiegeln die Gesamttemperatur der Entwicklung der drei Nachhaltigkeitssäulen Ökologie, Ökonomie und soziale Situation in der Wattenmeer Region wider. Einzelne Indikatoren bzw. Unterindikatoren wie Arbeitslosenquote oder Industriechemikalien in Vogeleier könnten die Form der Grafiken beeinflussen, und eine gesunde Wirtschaft darf nicht unbedingt negative Auswirkungen auf die Ökologie haben. Um die Ursachen des Gesamtbildes zu analysieren, muss das Indikatoren Instrument auf der unteren Ebene detailliert erforscht werden.

WSF Indikatoren Übersichtkurve 2003-2014
WSF Indikatoren Übersichts Tabelle 2003-2014
Alle interessierte Organisationen sind herzlich dazu eingeladen, mit uns über die Weiterentwicklung des trilateralen Indikatoren Instruments zu diskutieren und entsprechend zu verbessern. Bitte wenden Sie sich hierzu an das WSF-Sekretariat.

Die Skala der Ordinate in der Grafik basiert auf der Division der Gesamtpunktzahl durch die Anzahl der verfügbaren Indikatoren, um sie vergleichbar zu machen.

Das Indikatoren Instrument wird über die Jahre weitergeführt und an die Änderungen der nationalen und regionalen Statistik angepasst. In einigen Fällen werden die Daten für die ausgewählten Indikatoren mit einer Verzögerung von zwei Jahren bereitgestellt. Dies bedeutet, dass die im Jahr 2010 bereitgestellten Daten das Jahr 2008 betreffen. Um die Grafiken zu aktualisieren, müssen geschätzte/weitergeführte Daten verwendet werden, die jedoch in Ebene 3 angegeben und markiert sind. Die Tabelle zeigt die Bewertungsergebnisse von 16 Indikatoren in Ebene 2.

Analyse und Ergebnis des Indikatoren Instruments (2013)

BEISPIELE ZUM DEMOGRAPHISCHEN WANDEL

Hier finden Sie einige Beispiele unseres Nachhaltigkeits Indikatoren Instruments mit Bezug zum demographischen Wandel:
1.) Bevölkerungswachstum in der Wattenmeer Region verglichen mit der diesbezügl. nationalen durchschnittl. Wachstumsrate (Formel: ("WS Gebietsbevölkerung (t)"/("WS Gebietsbevölkerung (t-1)-1) - ("nationale Bevölkerung (t)"/("national Bevölkerung (t-1)-1))
2.) Bevölkerungs Wachstum 2002-2012 in % (Analyse durch WADDENACADEMIE)
3.) Anteil älterer Bevölkerung 65+ Jahre in der Gesamt Bevölkerung der Wattenmeer Region verglichen mit dem nationalen durchschnittl. Anteil (Formel: ("WS Gebietsbevölkerung 65+"/"WS Gebietsbevölkerung") - ("nationale Bevölkerung 65+"/"national Bevölkerung"))
4.) Durchschnittl. jährliche Bevölkerung in 5 zwischen 2002-2013 in der Wattenmeer Region (LAU-2) ((Quelle: Daten auf Gemeindeebene (NL,DE) und Bezirk (DK) - (Analyse durch WADDENACADEMIE)))